CHRONIK

CHRONIK

 Aller Anfang ist schwer…

Da es für die bestehende Ortsmusik von Bockfließ immer schwieriger wurde, anfallende Feste in der Gemeinde musikalisch zu umrahmen, wurde im November 1985 der Versuch eines Neubeginns durch Bildung einer Flötengruppe gestartet. Frau Elisabeth Taschner aus Wien leitete diese Gruppe. Im Herbst 1986 entstand der Gedanke die Musikausbildung auch auf Blasinstrumente zu erweitern. Als musikalischer Leiter konnte der damalige Kapellmeister der Ortsmusik Pillichsdorf, Ing. Karl Hirschvogl, gewonnen werden. Dieser übernahm die Organisation der Ausbildung mit dem Ziel der Gründung einer Jugendkapelle. Die Eltern der jungen Musikerinnen und Musiker unterstützten dieses Vorhaben, sodass sich am 11. November 1986 ein Proponentenkomitee bildete, welches die Vereinsgründung in die Wege leiten konnte. Diesem Komitee gehörten Raimund Lahofer, Franz Neuberger, Herbert Schilling, Ing. Karl Wannemacher und Ferdinand Zartl an.

Die Vereinsgründung

Am 22. Jänner 1987 wurde die Jugendblaskapelle Bockfließ gegründet und folgender Vereinsvorstand gewählt:

Kapellmeister    Ing. Karl Hirschvogl

Obmann                Ferdinand Zartl

Schriftführer      Franz Neuberger

Kassier                  Ing. Karl Wannemacher

Archivar             Herbert Wannemacher

Beiräte                Ing. Karl Berndonner

Bgm. OSR Alfred Esberger

Ludwig Kriszo

Johann Neuberger

 

Stellvertreter              Hannes Rögner

Stellvertreter              Herbert Schilling

Stellvertreter              Rudolf Brückl

Stellvertreter              Raimund Lahofer

Stellvertreter              Erwin Müllner

Rechnungsprüfer    Josef Zwang

Leopold Berthold

Als Ziele und Aufgaben des Vereines wurden

  • die Erhaltung und Förderung der Ortsmusikkapelle
  • die Pflege der traditionellen österreichischen Blasmusik
  • die Pflege jeglichen Musizierens, wie Konzert-, Tanz- und Hausmusik sowie
  • die Erhaltung des Brauchtums der Musik
  • die Heranbildung von Jungmusikern

in die Statuten aufgenommen.

Um die finanziellen Mittel zum Erreichen dieser Ziele aufbringen zu können, wurde in den Statuten festgesetzt, Festveranstaltungen, Konzerte und Musikfeste durchzuführen. Ebenfalls wurde beschlossen, unterstützende Mitglieder in den Verein aufzunehmen.

Im Gründungsjahr 1987 traten dem Verein 108 Personen als unterstützende Mitglieder bei, die je öS 120,00 als Jahresbeitrag in die Vereinskasse einzahlten.

Probentätigkeit und erste Auftritte

Kapellmeister Hirschvogl verstand es von Anfang an die jungen Musiker zu motivieren und zum Üben zu bewegen, sodass bald an erste Auftritte gedacht werden konnte. Am 1. Juni 1987 lud die JBK Bockfließ zum ersten Vorspielnachmittag in die Discothek „Banananas“ ein.

Ab jetzt boten sich den jungen Musikern immer wieder Gelegenheiten, ihr Können unter Beweis zu stellen bzw. ein Fest mitzugestalten.

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Seit Beginn der Musikausbildung stellte die Gemeinde die ehemalige Direktorwohnung im ersten Stock des Gemeindeamtes für Musikunterricht und Gesamtproben zur Verfügung.

Im Jahr 1989 gehörten bereits 30 Mädchen und Burschen der Jugendblaskapelle an.

Für so viele Musiker war jedoch das Probenzimmer zu klein. Die Schaffung eines geeigneten Probenlokals wurde notwendig. Mit dem Gebäude der Tiefkühlgenossenschaft bot sich eine Lösung an. Freiwillige Helfer schafften in vielen Stunden einen Probenraum, der groß genug war, den akustischen Anforderungen entsprach und in dem sich die Musiker wohl fühlen konnten. Zwischen der Marktgemeinde Bockfließ und der Jugendblaskapelle wurde ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen.

2009 wurden die nebenliegenden Räumlichkeiten der ehemaligen Fleischerei adaptiert. Im neu gewonnenen Teil sind ein Kommunikationsraum mit Küchenzeile sowie einer großen Sitzecke sowie neue Sanitäranlagen entstanden. Der Großteil der Umbauarbeiten konnte von den Musikern selbst durchgeführt werden. Alle anfallenden Kosten für die baulichen Veränderungen dieses Gemeindeobjektes wurden von der Gemeinde übernommen. Die Kosten für die Raumausstattung und Inneneinrichtung wurden vom Verein getragen.

Die ersten Schritte

Das Können war 1991 so weit fortgeschritten, dass Kapellmeister Hirschvogl das Musizieren während des Marschierens probte.

In diesem Jahr konnten bereits die Fronleichnamsprozession wie auch zu Allerheiligen der traditionelle Friedhofsgang musikalisch begleitet werden.

’s Gwandl machts Mandl

Bei den ersten Auftritten rückten die Musiker mit schwarzen Hosen/Röcken und weißen Hemden/Blusen aus.

Als erste gemeinsame Anschaffung wurden Trachtengilets und Trachtenmascherl angekauft.

Um in Zukunft bei den verschiedensten Auftritten einheitlich gekleidet zu sein, war die Anschaffung einer Musikertracht notwendig. Vom NÖ Heimatwerk wurden Entwürfe mit dem Vorstand abgesprochen, die von Schneidermeister Gesperger angefertigt wurden. Beim Konzert am 23. Februar 1992 wurde die neue Tracht den Besuchern vorgestellt.

2003 wurden für Musiker und Helfer als gemeinsame Arbeitskleidung bei Veranstaltungen hellblaue Poloshirts mit dem neuen JBK-Logo angeschafft. 2007 spendete die Stiftung Goess neue Polo-Shirts in dunkelblau, die von den Musikern bei Ausrückungen im Sommer getragen werden.

2012 wurde die bisherige Tracht durch eine neue ersetzt.

Aufnahme in die Kapelle

Im Jahr 1991 wurde vom Kapellmeister in Absprache mit dem Vorstand die Ablegung der Prüfung zum Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) in Bronze als Voraussetzung für das Mitwirken in der Kapelle festgelegt. Seit dem Jahr 1988 nahmen alljährlich Musiker der JBK Bockfließ am Fortbildungsseminar der Bezirksarbeitsgemeinschaft teil, das immer in der ersten Ferienwoche in Mistelbach abgehalten wird.

Ausbildung, Fortbildung

Um die Musikergemeinschaft und das musikalische Zusammenspiel noch mehr zu fördern und zu stärken, wurde auf Anregung von Kpm. Hirschvogl 1992 erstmals in Steinakirchen ein Musiklager abgehalten. Der Erfolg und die Begeisterung waren groß, sodass jährlich

weitere Musiklager folgten.

Kapellmeister Hirschvogl und Erich Hackl, Leiter des Bildungshauses in Traunstein und gleichzeitig Kapellmeister der Gemeindeblasmusikkapelle von Traunstein, organisierten 1993 das nächste Musiklager im wunderschönen Waldviertel. Seit dieser Zeit gab es schon viele Probenwochen bzw. –wochenenden, sodass es praktisch keinen Musiker in der Jugendblaskapelle gibt, der nicht irgendwann an einem Musiklager in Traunstein teilgenommen hat.

Aus diesen oftmaligen Besuchen in Traunstein entstand eine Freundschaft zwischen der Gemeindeblasmusikkapelle Traunstein und der JBK Bockfließ.

Es folgten Gegenbesuche der Musiker aus Traunstein: Teilnahme am Bezirksmusikfest 1997 sowie 2007, Auftritt beim Kellergassenfest 2002 und gegenseitige Besuche einzelner Musiker bei den Konzerten.

Teilnahme an Wertungsspielen

Im Jahr 1993 wagte sich die Jugendblaskapelle an die ersten Wertungsspiele.

Bei der Marschmusikbewertung in Poysdorf erreichten die jungen Musiker – das Durchschnittsalter war ca. 12 Jahre – in der Stufe A einen ausgezeichneten Erfolg. Von Jahr zu Jahr wurde der Schwierigkeitsgrad gesteigert. Seit dem Jahr 1997 stellte sich die JBK Bockfließ bei Marschmusikbewertungen durchwegs in der Stufe E den Bewertern und erhielt großteils ausgezeichnete Erfolge.

An Konzertwertungsspielen nahm die JBK Bockfließ seit 1993 regelmäßig teil und trat in den Stufen A, B und C an. Auch hier wurden sehr gute und ausgezeichnete Erfolge erreicht. Darüber hinaus gab es 1998 den Ehrenpreis des Landeshauptmannes von NÖ für dreimaliges Erreichen eines „ausgezeichneten Erfolges“ in Folge bei Konzertwertungen.

Beim Kammermusikbewerb waren die Musiker der JBK Bockfließ sehr häufig vertreten und erreichten auch dort beachtenswerte Erfolge.

Ausgezeichnet!

Durch die zahlreiche und erfolgreiche Teilnahme an Wertungsspielen errang die Jugendblaskapelle Bockfließ im Jahr 2004 mehr als 700 Punkte, wofür Obmann Franz Neuberger den Ehrenpreis in Bronze von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll

entgegennehmen durfte.

Im Mai 2007 hat Obmann Evi Wannemacher für das Erreichen von mehr als 1400 Punkten aus Wertungsspielen den Ehrenpreis in Silber aus den Händen des Landeshauptmannes empfangen.

Bereits vier Jahre später erreichte die Jugendblaskapelle bereits die erforderliche Punktezahl für den Ehrenpreis in Gold. Am 22. Juni 2011 nahm Obmann Evi Helmer die Auszeichnung in Empfang.

Die JBK Bockfließ auf Tonträgern

Die Jugendblaskapelle Bockfließ wirkte bei der Gemeinschaftsproduktion aller Musikvereine des Bezirkes Wolkersdorf mit dem Titel „Weinviertler Schmankerl“ im Jahre 1994 mit und ist mit den Titeln „Borsička“ und „Bella Senorita“ zu hören.

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Kapelle wurde eine vereinseigene CD aufgenommen, deren Inhalt beim Jubiläumskonzert 1997 präsentiert wurde.

2001 produzierten die drei Musikvereine Auersthal, Bockfließ und Groß-Schweinbarth unter dem passenden Titel „Triole“ eine gemeinsame CD.

Herausragende Ereignisse in der Vereinsgeschichte

 Teilnahme am Bundesmusikfest

Am 6. Juni 1997 trafen sich mehr als 30 Musikkapellen aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland zur Marschmusikbewertung vor dem Schloss Schönbrunn. Mit dem MV Kreuzstetten und dem MV Eibesthal bildete die JBK Bockfließ den Marschblock für das Bundesland Niederösterreich.

Am 7. Juni 1997 wurden beim Maria-Theresien-Denkmal Fernsehaufzeichnungen gemacht und am Nachmittag marschierten die Blöcke der einzelnen Bundesländer von der Hofburg über die Ringsstraße zum Rathaus. Dort fand ein abschließendes „Monsterkonzert“ aller Musikkapellen statt. Für die Musiker war diese Teilnahme ein beeindruckendes Erlebnis.

Bezirksmusikfest 1997 in Bockfließ

Vom 20. bis 22. Juni 1997 feierte die Jugendblaskapelle Bockfließ ihr 10-jähriges Bestehen. Am Freitag wurde in der Fernwärmehalle der FWG Bockfließ der erste Discoabend „Ice on Fire“ abgehalten.

Am Samstag gab es ein Konzert der „Original Hoch- und Deutschmeister“ und der Jugendblaskapelle.

Am Sonntag gestaltete die Gemeindeblasmusikkapelle Traunstein den Festgottesdienst und spielte anschließend zum Frühschoppen auf. Den Höhepunkt bildete die Marschmusikbewertung mit 19 teilnehmenden Musikkapellen aus dem Bezirk Mistelbach.

Bezirksmusikfest 2007 in Bockfließ

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens wurde die JBK Bockfließ wieder mit der Ausrichtung des Bezirksmusikfestes mit Marschmusikbewertung betraut.

Am 23. Juni 2007 fand erstmals an einem Samstag die Marschmusikbewertung statt. Die Jugendblaskapelle trat in der Leistungsstufe E an. Als Kürfigur wurde ein Stern sowie eine doppelte Kreuzwende dargeboten und mit 90,5 von 100 Punkten belohnt. Nach der Bewertung erfolgte der gemeinsame Festmarsch der Musikvereine und aller Gäste zur Fernwärmehalle. In der Festhalle gab der Musikverein Schleinbach zur Unterhaltung sein Bestes. Musikalischer Höhepunkt war der Auftritt der Musikkapelle MaChlast. Ein Schätzspiel über das Gewicht der fahrbaren Ausschankhütte samt Musikern im Inneren bereitete vielen Gästen Kopfzerbrechen.

Die 20-Jahrfeier der Jugendblaskapelle begann am 24. Juni 2007 mit einer Feldmesse. Die musikalische Gestaltung übernahmen die TuttiFruttis und die Blockflötenschüler. Obmann Evi Wannemacher begrüßte die Ehrengäste – unter ihnen Landesverbandsobmann Peter Höckner, Bezirksverbandsobmann DI Josef Pleil, Nationalratsabgeordneter Mag. Hubert Kuzdas, Mag. Sandra Gatterer, Bürgermeister Josef Summer. Nach der Festansprache von Kapellmeister Ing. Karl Hirschvogl erfolgte die Ehrung von Musikern für 20jährige aktive Mitgliedschaft. OSR Alfred Esberger, Ferdinand Zartl, Herbert Schilling und Franz Neuberger wurden zu Ehrenmitgliedern der Jugendblaskapelle Bockfließ ernannt. Nach den Festreden von Bürgermeister Josef Summer und Bezirksverbandsobmann Ing. Josef Pleil verlieh Omann Peter Höcker Musikern die Ehrenmedaille für langjährige Treue zur niederösterreichischen Blasmusik in Bronze für 15-jährige Musikausübung sowie die Ehrenmedaille in Silber für 25-jährige Musikausübung. Ein besonders bewegender Moment war die Verleihung der goldenen Ehrennadel des Niederösterreichischen Blasmusikverbandes für die 20jährige Tätigkeit als Kassier der Jugendblaskapelle posthum an Ing. Karl Wannemacher. Den anschließenden Frühschoppen gestaltete der Musikverein Schönkirchen-Reyersdorf und die Gemeindeblasmusikkapelle Traunstein.